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raindrops keep falling on my head..

Ja, nun ist es so weit. Nach unverständlich tollem Wetter in den letzten Wochen möchte ich nun allen, die es schon immer gewusst haben und auf die ich nie nie nie hören wollte beipflichten- in England regnet es. Ja, ihr hattet Recht. Und wenn dann richtig, konstant und mit der nächsten englischen Besonderheit im Schlepptau: dem Nebel. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs, als der Großteil von Hastings Einwohnern sich zur ersten Runde Essen+Fernsehen begab, stand ich an einer abgelegenen Bushaltestelle und wartete auf ein paar Schüler. Nach ein paar Minuten verlassen in Regen und Nebel verschoben sich aber meine Erwartungen rasant und ich rechnete fest damit, dass der Mönch mit der Peitsche* sich meiner annehmen würde. Ich übte schon heimlich den Kinski-Blick, eisern versuchte ich damit den in jedem zwischen den Nebelschwarten auftauchenden Auto vermuteten Mann mit dem Glasauge* abzuschrecken. Mein Halstuch begann ich schon zu einem Strick umzubasteln, auch wenn es nicht ganz die Beschaffenheit des indischen Tuches* hatte. Nach 15 Minuten in dieser kleinen, leicht schwarz-weiß einge"färbten" Anne-Welt verhinderte das Heranschlürfen der holländischen Schüler dann aber die vollendete geistige Umnachtung. Eins weiß ich, Herbst und Winter in England werden einige dieser Momente parat haben... Und vielleicht sollte ich mir endlich angewöhnen, einen Regenschirm mitzuführen.

 

Das Wetter sorgt nun für erschwerte Arbeitsbedingungen, man weiß nie so richtig, welche Kleidung denn angebracht ist. Mir wurde einmal gesagt, dass Gummistiefel recht praktisch sind, wenn man Montags abends auf dem Fischmarkt vor sich hinfriert und auf Schüler, Gastfamilien und den Feierabend wartet. Was hab ich gelacht darüber, Gummistiefel, pah! Mittlerweile warte ich nur auf den Tag, an dem ich mal ein bisschen Zeit zum einkaufen habe... Aber es ist nicht nur die Nässe, auch die Kälte und der Wind. Wie sagt man so schön: "was uns nicht umbringt, macht uns stark"? Hoffen wirs mal!

 

Aber wir kämpfen nicht nur mit den Klimabesonderheiten der Insel, neuerdings ist die Kriminalität auch ein Thema. Nach dem vor Wochen in einen unserer Busse in London eingebrochen wurde und sowieso immer über edliche Verluste von Taschen und Geldbeuteln gejammert werden kann, fand die Dreistigkeit diese Woche ihren Höhepunkt in dem Diebstahl eines Rucksackes, direkt vom Bus weg. Gerade, als wir dem Busfahrer beim Beladen halfen, bediente sich eine der düsteren Hafengestalten an dem Gepäck, zum Glück hat eine vorbeifahrende Gastmutter dies beobachtet und sofort reagiert. Die Polizei fand ihn dann, das Lunchpaket vertilgend, die Promenade herunter spazieren (Was sich die Schüler immer über ihre Verpflegung beschweren, so schlimm kanns ja nicht sein.. ). Ja es ist ein heißes Pflaster hier, man glaubt es kaum. Und da hab ich noch gar nicht die Story vom Kidnappingfall in meiner Gastfamilie ausgepackt.

Wie immer kann ich auf die Frage, was ich die ganze Zeit so mache nur sagen: zeitig aufstehen, arbeiten, ins College gehen, ab und zu nach London fahren, arbeiten und am Wochenende bisschen entspannen und weggehen. An diesem Wochenende waren wir auf einer Geburtstagsparty von Sina, auch eine Deutsche, eingeladen. War ganz lustig, auch wenn die Anwesenden unterschiedlichen Nationen alle eher zaghaft im Umgang miteinander waren. Kein Problem für uns, getanzt wurde trotzdem und um 12 sind wir dann noch einmal in der Mission, die Newtown unsicher zu machen, gestartet. Samstagsabend löste Richard dann sein Versprechen ein, einmal für uns zu kochen. Bei der Gelegenheit haben wir gleich das dreistöckige Haus besichtigt und ein paar interessante Details erfahren, so zum Beispiel über bestehende Verbindungen zum  englischen Königshaus und dass Harry wohl doch der vernünftigere, minder eingebildete Sohn von Charles ist. Naja, wenn ich in Zukunft noch weniger von mir hören lasse bin ich vielleicht beim Cricketspielen mit Harry.

 

 

* Figuren der Edgar Wallace Klassiker. Äusserst empfehlenswert, wenn jemand in die englische Atmosphäre eintauchen möchte. Rosamunde Pilcher ist ein Krampf dagegen.

11.10.09 16:16

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Deine Ellis (11.10.09 21:02)
Weißt du eigentlich unsere Kontonummer für den Kidnappingfall? Ein Pfefferspray würde auch ins survival kit gehören!Nicht nur rubber boots...

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