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What the hell is she doing in England??

Nach dem ich jetzt zwei Wochen in die harte Arbeitwelt reinschnuppern durfte, wollte ich auch mal beschreiben, was da eigentlich meinen ganzen Tag ausfüllt und dazu beiträgt, dass ich meine sozialen Kontakte vernachlässige;-)

 

Also, wie schon mal erwähnt, bei meinem Office handelt es sich um ein Reiseunternehmen, hauptsächlich für Schülerreisen nach England.  Die Fahrten werden von hier aus organisiert und betreut. Um ein lebhafteres Bild im Kopf zu haben sollte man sich einfach einen Bus vorstellen, voller pubertierender Jugendlicher die kein Plan von nichts haben und mit dem Betreten von englischem Boden keine einzige Vokabel mehr im Kopf haben, außer natürlich die ganzen lebenswichtigen Redewendungen aus der Sparte 50cent, Eminem etc. Dazu kommen dann noch ein paar Lehrer, die teilweise recht lethargisch, teilweise total entnervt allein schon von der stundenlangen Hinfahrt sind. Hier beginnt unsere Arbeit, zack die roten T-Shirts und Jacken an, ab in den Bus erstmal ein paar einführende Worte finden. Natürlich haben die Jugendlichen zu jedem Punkt ein Kommentar abzuliefern, so zum Beispiel gestern gehört: "Ey wenn meine Gastmutter fett ist, will ich nicht dort hin.". Nach einer halben Stunde Vorbereiten auf das englische Leben erscheinen dann die Gastfamilien nacheinander um die Kinder abzuholen. Plötzlich hat keiner mehr eine große Klappe und alle stellen sich ganz schüchtern vor. Ja wir schauen dann, dass alle in die richtigen Autos einsteigen und ihren Koffer mitnehmen. Wenn nicht, es kann auch sehr schön sein den ganzen Abend durch Hastings zu  fahren und Taschen auszutauschen. Am nächsten Tag fahren wir dann morgens vor dem Bus her und helfen beim Einsammeln der Kids, genannt Pick- up. Da kann man dann so richtig die Sau rauslassen, rumschreien, Kinder in den Bus schuppsen und aggressiv durch Hastings rasen, den Bus immer im Rückspiegel behaltend. Jedenfalls wiedermal voll der Adrenalinkick, das dann zum frühen morgen. (Wenn man bedenkt, dass immer mehrere Busse da sind..)

Danach kommt noch ein bisschen gecruise bis ins Office und dann geht um 9 die eigentliche Arbeit los.

Im Office, was abgelegen vom ganzen Hastingsstress liegt, müssen die üblichen Büroarbeiten erledigt werden, Faxe bearbeiten, Telefonate entgegennehmen, tratschen, Rechnungen wegheften, Schafe füttern, nervige Anrufe abblocken und ganz viele Mails schreiben. Hinzu kommen die ganzen interessanteren Dinge, wie die Reisen zu planen. Das beinhaltet ja eine Reihe von Aufgaben, unter anderem die Programme aufsetzen, die Sehenswürdigkeiten einbuchen oder auch die Listen mit den Gastfamilien erstellen. Es ist immer was neues und der Dauerstreß, weil das Telefon permanent klingelt und so viel Unvorhergesehenes passiert ist auch doch eher angenehm. Meistens komm ich nicht vor 6 nach Hause, abends müssen wir auch noch manchmal los, Gastfamilien tauschen oder alle unerdenklichen Probleme lösen. Dann fahr ich heim, strahler noch ein wenig rum, telefonier eine Runde und ab ins Bett, regenerieren für den täglichen Wahnsinn.

 

Oh Gott, ich gehör jetzt zur arbeitenden Bevölkerung! Aber, das Wochenende war dafür echt toll und entspannend, am Freitag waren wir mit allen Kollegen beim Mexikaner (oh, oh, Türken die in England ein mexikanisches Restaurant führen.. mh), daaaaaaann musste ich kurz zum Bahnhof und mein wunderbares Wochenende hat erst richtig begonnen

Also, vielleicht sind wir jetzt der Antwort auf die Frage, "was treibtn die dorte eigentlich?" ein wenig näher gekommen, ganz beantworten muss man sie ja nicht... ;-)

 

 

8.9.09 20:55

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