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Hard Work!

So, nach drei Tagen "harter" Arbeit wird es Zeit, die Vorkommnisse einmal zusammenzufassen.

Nach genaustem Studium der Landkarte musste ich am Dienstag feststellen, dass mein Navigationssystem sich anscheinend doch dafür entschieden hat, mit mir zusammenzuarbeiten. Blöd nur, dass es dabei recht hohe Anforderungen an meine Fahrkünste stellte und eine Route vorschlug, die mich zwar in 20 min zum Office leitete, aber dafür auch für eine sehr, sehr, sehr große Adrenalinausschüttung sorgte. Irgendwann hab ich es einfach aufgegeben, mir Gedanken über mögliche endgegenkommende Fahrzeuge zu machen. Mögliche Ausweichstrategien werden einfach intuitiv angewandt. Ja, das Auto lebt immer noch.

 

 Irgendwann kam ich dann- eher entspannt durch die Erkenntnis: "Jeden Morgen diese Strecke durchleben, das macht knallhart fürs Leben"- im Office an. Mir wurde erstmal Juliana, ebenfalls Praktikantin bei Senlac Tours vorgestellt (Für alle noch einmal, es handelt sich bei meinem Tripp to England tatsächlich um ein ernstzunehmendes Praktikum, zu absolvieren in einem Reisebüro für Schülereisen). Nach einigen organisatorischen Dingen sagte man uns, dass wir diese Woche "Aussendienst" leisten würden. Dieser Aussendienst beinhaltete das Testen und Neugestalten von Stadtquizzen sowie dem Kennenlernen der Umgebung. Kurz gesagt, Juliana und ich cruisen durch East Sussex und schauen uns die Attraktionen an.

 

Erster Punkt auf unserer Agenda: Battle, der Ort gegründet an dem sagenumwobenen Schlachtfeld, auf dem im Jahre 1066 die angelsächsische Ära durch den Sieg der Normannen unter William the Conqueror ihr Ende nahm. Zu sehen ist zwar nicht mehr viel, es handelt sich hier um ein schlichtes Feld, aber durch eine äusserst interessante Ausstellung, einen einführenden Film und eine Audiotour fühl ich mich als Fachfrau in Sachen 1066.  Um ein bisschen wieder von unserem Kriegstripp runterzukommen gingen wir noch in ein Museum "Yesterdays World", eine ein bisschen schrullige, reizüberflutende Ansammlung von Konsumgegenständen aus den Vergangenen 50 Jahren. Für uns Deutsche wahrscheinlich weniger interessant, kennen wir die meisten Marken doch eh nicht. Der kleine Ort Battle enttäuschte durch den extrem starken Verkehr auf der gefühlten einzigen Straße auch eher.

Dienstag abend verabschiedete ich mich dann auch vom letzten bisschen vertrautem Umfeld. Nico und Katja haben einen Stopp in Hastings auf ihrer Englandreise eingelegt. Und wieder was gelernt, alkoholfreie Cocktails sind schwer zu erhalten. In Zukunft muss ich wohl leider auf die alkoholische Variante zurückgreifen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Weg nach Hause beschreiten.

 

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Good bye!

 

Eastbourne war das Ziel des Mittwochs. Gemeinsam mit Juliana machte ich mich auf den Weg in den Strandort, der der sonnigste Ort Englands sein soll. Wir wurden nicht enttäuscht, pünktlich zur Irrfahrt durch die Innenstadt kroch die Sonne zwischen den Wolken hervor. Nachdem das Auto endlich im Parkhaus stand belohnten wir uns mit einem "kleinen"Blick ins Eastbourne Arndale Centre, wo sich ein Starbucks quasi uns aufdrängte. Nach einer Stunde in diesem Center fanden wir unseren Verstand wieder und machten uns an die Arbeit. Eastbourne beeindruckt wirklich durch sein Charme. Wir verbrachten einige Stunden mit dem Erkunden der Gegend (okay, wir mussten erstmal überhaupt den richtigen Weg finden) und nahmen unseren Lunch direkt am Meer, neben dem berühmten Pier ein. Ein Ort, der durch Tearooms, Ice cream und natürlich Spielhöllen zur Touristenbespaßung beitragen soll. Gosh, man kann es wirklich kaum glauben wie viele dieser "amusements" mir jetzt shcon über den Weg gelaufen sind. Und wie viele Engländer an diesen Automaten wie besessen rütteln und schütteln.. Schnell versuchte mein Hirn da Verbindungen zwischen der in GB doch recht stark spürbaren Wirtschaftskrise und dieser Vorliebe fürs Glücksspiel zu ziehen, eine starke Windböe verschwand dann jedoch  und trug diese Gedanken mit sich fort. 

 

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Pier

 

Nach Eastbourne wollten wir noch schnell Beachy Head besichtigen, gigantische Kreidefelsen die an der Küste aus dem Meer ragen. Ein wirklich schönes Fleckchen, das aber durch häufige Selbstmorde an dieser Stelle traurige Berühmtheit erlangt hat. Wir liesen uns davon aber nur kurz nachdenklich stimmen, kehrten nach Auftauchen der Sonne sofort wieder zur Entspannungshaltung zurück, so dass ich abends völlig erschöpft und mit erröteter Haut mein fettiges Dinner zu mir nahm.

Am heutigen Donnerstag hat sich unserer Spaßgesellschaft noch Karina mit ihrer Tochter angeschlossen und wir fuhren nach Dover, ein Ort an der Küste der vielen wahrscheinlich durch seinen Fährhafen bekannt sein mag. Aber, anders als Juliana und ich spekulierten wurden wir nicht wieder auf die Fähre Richtung Heimat geschickt sondern besichtigten die War Tunnels und Dover Castle. Erstere wurden während dem zweiten Weltkrieg als Zentrale für einige Geheimoperationen genutzt. In dem riesigen unterirdischem System war so ziemlich alles untergebracht, was man sich vorstellen kann. Als uns dann endlich wieder die Sonne anstrahlte machten wir uns auf den Weg ins Dover Castle. Auch hier versuchte man uns über verschiedene Medien die Geschichte des Königreichs näher zu bringen, dazu zählten auch Schauspieler, die einzelne Personen des täglichen Lebens im Castle zu Zeiten von Henry II. darstellten. Zum wiederholten Male war ich positiv überrascht von den Bemühungen der englischen Museen, ihren Besuchern so viel Fakten und Details wie möglich zu vermitteln. Alle Schautafeln sind modern und übersichtlich, viele Dinge regen zum Austesten an und es ist wirklich irgendwo immer (sogar in "Yesterdays World") ein Knopf zu finden, der irgendwas auslöst. Dovers Castle bestätigte die Vermutung, dass hier deutliche Unterschiede zu so manch einem trockenen, steifen Museum auf dem Kontinet zu erkennen sind. Ich denke einfach, dass durch diese abwechslungsreiche Gestaltung viel mehr Wissen in den Köpfen der Besucher bleibt.

 

Nach Dover entschieden wir uns für das totale Kontrastprogramm: Ashford's Designer Outletcentre. Naja, dazu muss nicht viel gesagt werden. Irgendwie traf mich der Kontrast dann doch recht stark und ich schleppte mich von einem Shop zum nächsten, konnte mich für nichts außer einem paar Schuhe für umgerechnet 6 Euro entscheiden. Wer aber Dauershopping aushält und billige Markenklamotten möchte, ist hier richtig.

 

Morgen gehts dann nach Canterbury, weiter in unserer Mission. Da ich aber schon an die drei oder vier mal Canterbury besichtigen durfte kann ich mich morgen wieder mehr auf das Erstellen von Arbeitsaufträgen und Möglichkeiten Schüler zu beschäftigen konzentrieren. Am Montag werden Juliana und ich dann mit einer Schülergruppe nach London fahren um uns langsam auf Stadtrundfahrten vorzubereiten. Naja, das ist wieder mal die offizielle Version.

 

So, genug der Erlebnisschilderungen für heut. Ich werd noch ein wenig durchs Fernsehprogramm zappen und zählen, wie oft die Wörter "Germany" und "World War" fallen, doch zu dieser und anderen Besonderheiten der Briten das nächste Mal mehr, bye bye.

 

27.8.09 23:16

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