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Sunny days..

Da diese Woche Herbstferien an allen Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen sind, habe ich heut Abend endlich mal wieder ein bisschen Zeit, ein paar Stories von der Insel zu erzählen... Denn auch für uns gilt, wenn Ferien sind: keine Englisch- oder Spanischstunden (abgesehen natürlich von den privaten Spanischeinheiten durch andere Kontinentler;-)). Schade eigentlich, der Spanischkurs ist immer sehr amüsant, man spricht englisch, wir übersetzen alles ins Englische, wollen aber Spanisch lernen und irgendwann um 20.00 Uhr drängen sich mir dann doch die deutsche Wörter auf. Zum Schluss einer jeden Stunde herrscht so ein Sprachenchaos in meinem Hirn, dass auch schon mal Russisch mit ins Spiel kommt. Aber das, natürlich, nur sehr kläglich. Doch die nächsten 8 Monate sollten diese fehlenden Kenntnisse weniger dramatisch sein..

 Eigentlich habe ich bis jetzt recht wenig über meine Gastfamilie berichtet. Das mag damit zusammen hängen, dass unsere gemeinsamen Momente eher selten sind, meistens stehe ich vor allen auf und komme erst später am Abend heim, um entweder gleich wieder aufzubrechen oder erschöpft ins Bett zu fallen. Um ehrlich zu sein, so viel verpasse ich wahrshceinlich nicht. Das Leben dreht sich hier eher um drei große Themen: Essen, Fernsehn und Golf. Eigenlich Schade, der Geburtstag meines Gastvaters Kevin am Sonntag wurde anscheinend nur vor dem Fernseher verbracht, also keine bemerkbaren Unterschiede zu sonstigen Wochenenden. Im Moment wird die Wohnzimmeridylle jedoch von einem großen Konflikt überschattet: mein Gastbruder trennte sich von seiner Freundin, Tiffany, die auch in diesem Haushalt lebte. Es folgten große Diskussionen von Sofa zu Sofa, Schweigen am Essenstisch und-sehr zu meiner Verwunderung- letztes Wochenende ist die junge Liebe wieder frisch erblüht und nun konnten alle wieder friedlich vor dem Fernseher einschlafen. Doch, oh weh, heut muss es wohl wieder gekracht haben. Leider bin ich nicht immer auf dem neusten Stand, meine Zehen bewegten sich deshalb schon des öfteren gefährlich nahe auf so manch Fettnäpfchen zu...

 

Da ich mich wenig für den oben dargestellten Lebensstil begeistern kann, beschlossen Juliana und ich am Wochenende mal wieder bisschen das Leben am Meer zu genießen. Man stelle sich vor: Sonne  und bis zu 17 Grad. Oh ja, ich bin wirklich in England. Den Samstag verbrachten wir in Brighton, eine sehr ansehnliche Stadt an der Südküste Englands. Es ist viel größer als Hastings und durch die ansässige Universität voller junger Menschen. Kurzzeitig malten wir uns aus, wie schön es wäre, da zu leben, aber wie immer im Leben möchte man ja gerade das, was man nicht hat. Also brachte der Zug nach Hastings uns zurück in die Realität und wir beschlossen den Abend in unserer vorübergehenden Heimatstadt ausklingen zu lassen. Es wurde wiedermal wild getanzt, erstaunliches beobachtet und der Versuch gestartet, soziale Kontakte zu knüpfen. Sonntags morgens mussten wir dann feststellen, dass Juliana dies zu ernst genommen hat und einer Lunch-verabredung mit dem jungen, türkischen Kebabmann für uns beide zugesagt hat. Schnell wandelten wir das ganze in ein kurzes Kaffeetrinken bei Sonnenschein ab, immerhin wollten wir es uns mit ihm nicht ganz verscherzen, wo sollten wir sonst hin wenn uns nach dem Feiern mal wieder der Hunger nach Garlic-Bread quält? Um aber den tollen Sonntag noch richtig zu genießen, liefen wir entlang der Seafront zu dem Restaurant mit dem schönsten Meeresblick von Hastings. Endlich konnten wir wieder dem wohlklingensten, britischen Akzent lauschen und uns in guter, englischer Konversation üben. Very british! Und bringt wahrscheinlich mehr, als mit anatolischen Möchtegern-Machos über deren Familienverhältnisse zu plaudern..

1 Kommentar 27.10.09 21:43, kommentieren

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raindrops keep falling on my head..

Ja, nun ist es so weit. Nach unverständlich tollem Wetter in den letzten Wochen möchte ich nun allen, die es schon immer gewusst haben und auf die ich nie nie nie hören wollte beipflichten- in England regnet es. Ja, ihr hattet Recht. Und wenn dann richtig, konstant und mit der nächsten englischen Besonderheit im Schlepptau: dem Nebel. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs, als der Großteil von Hastings Einwohnern sich zur ersten Runde Essen+Fernsehen begab, stand ich an einer abgelegenen Bushaltestelle und wartete auf ein paar Schüler. Nach ein paar Minuten verlassen in Regen und Nebel verschoben sich aber meine Erwartungen rasant und ich rechnete fest damit, dass der Mönch mit der Peitsche* sich meiner annehmen würde. Ich übte schon heimlich den Kinski-Blick, eisern versuchte ich damit den in jedem zwischen den Nebelschwarten auftauchenden Auto vermuteten Mann mit dem Glasauge* abzuschrecken. Mein Halstuch begann ich schon zu einem Strick umzubasteln, auch wenn es nicht ganz die Beschaffenheit des indischen Tuches* hatte. Nach 15 Minuten in dieser kleinen, leicht schwarz-weiß einge"färbten" Anne-Welt verhinderte das Heranschlürfen der holländischen Schüler dann aber die vollendete geistige Umnachtung. Eins weiß ich, Herbst und Winter in England werden einige dieser Momente parat haben... Und vielleicht sollte ich mir endlich angewöhnen, einen Regenschirm mitzuführen.

 

Das Wetter sorgt nun für erschwerte Arbeitsbedingungen, man weiß nie so richtig, welche Kleidung denn angebracht ist. Mir wurde einmal gesagt, dass Gummistiefel recht praktisch sind, wenn man Montags abends auf dem Fischmarkt vor sich hinfriert und auf Schüler, Gastfamilien und den Feierabend wartet. Was hab ich gelacht darüber, Gummistiefel, pah! Mittlerweile warte ich nur auf den Tag, an dem ich mal ein bisschen Zeit zum einkaufen habe... Aber es ist nicht nur die Nässe, auch die Kälte und der Wind. Wie sagt man so schön: "was uns nicht umbringt, macht uns stark"? Hoffen wirs mal!

 

Aber wir kämpfen nicht nur mit den Klimabesonderheiten der Insel, neuerdings ist die Kriminalität auch ein Thema. Nach dem vor Wochen in einen unserer Busse in London eingebrochen wurde und sowieso immer über edliche Verluste von Taschen und Geldbeuteln gejammert werden kann, fand die Dreistigkeit diese Woche ihren Höhepunkt in dem Diebstahl eines Rucksackes, direkt vom Bus weg. Gerade, als wir dem Busfahrer beim Beladen halfen, bediente sich eine der düsteren Hafengestalten an dem Gepäck, zum Glück hat eine vorbeifahrende Gastmutter dies beobachtet und sofort reagiert. Die Polizei fand ihn dann, das Lunchpaket vertilgend, die Promenade herunter spazieren (Was sich die Schüler immer über ihre Verpflegung beschweren, so schlimm kanns ja nicht sein.. ). Ja es ist ein heißes Pflaster hier, man glaubt es kaum. Und da hab ich noch gar nicht die Story vom Kidnappingfall in meiner Gastfamilie ausgepackt.

Wie immer kann ich auf die Frage, was ich die ganze Zeit so mache nur sagen: zeitig aufstehen, arbeiten, ins College gehen, ab und zu nach London fahren, arbeiten und am Wochenende bisschen entspannen und weggehen. An diesem Wochenende waren wir auf einer Geburtstagsparty von Sina, auch eine Deutsche, eingeladen. War ganz lustig, auch wenn die Anwesenden unterschiedlichen Nationen alle eher zaghaft im Umgang miteinander waren. Kein Problem für uns, getanzt wurde trotzdem und um 12 sind wir dann noch einmal in der Mission, die Newtown unsicher zu machen, gestartet. Samstagsabend löste Richard dann sein Versprechen ein, einmal für uns zu kochen. Bei der Gelegenheit haben wir gleich das dreistöckige Haus besichtigt und ein paar interessante Details erfahren, so zum Beispiel über bestehende Verbindungen zum  englischen Königshaus und dass Harry wohl doch der vernünftigere, minder eingebildete Sohn von Charles ist. Naja, wenn ich in Zukunft noch weniger von mir hören lasse bin ich vielleicht beim Cricketspielen mit Harry.

 

 

* Figuren der Edgar Wallace Klassiker. Äusserst empfehlenswert, wenn jemand in die englische Atmosphäre eintauchen möchte. Rosamunde Pilcher ist ein Krampf dagegen.

1 Kommentar 11.10.09 16:16, kommentieren

No en-suite at all..

Jetzt wo ich gefühlte 100000 Broschüren mit Senlac-stickern beklebt hab, findet sich endlich etwas Zeit, kurz Bericht zuerstatten. Wiedermal haben sich die Ereignisse überschlagen und endlich ist ein neues Manko der beiden Praktikantinnen, nennen wir sie zum Schutze der Persönlichkeit J. und A., aufgefallen: Planunggsfähigkeit. Es löst nun die Orientierungslosigkeit ab, könnte damit also unter Umständen auch zur Abwechslung in diesem Blog beitragen.

 

Wir zwei Damen planten ja, den Samstag Abend bei einer australischen Geburtstagsfeier in London zu verbringen. Vielleicht sollten solche Pläne mit den potentiellen Wohnungsbesitzern abgesprochen werden, im besten Falle nicht erst Samstag Mittag. Aber, um eine doch recht abgegriffenen Lebensweisheit hier anzubringen: "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt." In unserem Fall entpuppte sich die Praline dann als glücklicherweise noch freies Hostelzimmer. Denn merke, Australier müssen nicht immer so spontan sein wie wir Deutschen. Nach wirren Gedanken, wie dieser Ausflug nach London denn nun konkret aussehen solle, entschieden wir uns also für ein gemütliches Jugendherbergszimmer ganz in der Nähe des Picadilly Circus. Entspannt alten Hostelgewohnheiten nachgehen und Wein im Gemeinschaftsraum trinken fiel flach, wir brauchten ja noch ein Geburtstagsgeschenk. Völlig entnervt liefen wir durch die Gegend, die Touris aus den Weg schuppsend und fanden ein super tolles Präsent, diese Erleichterung trieb uns dazu, endlich mal ein bisschen Ruhe zu genießen und einen Kaffee zu trinken... Die Ruhe hielt ungefähr 10 min an, dann mussten wir weiter, uns Partygerecht herrichten. Ab jetzt kam übrigens der Wein ins Spiel, wer sich über folgende Ereignisse wundern mag findet in ihm vielleicht die Erklärung.

 Wie wir nun so im Hostelzimmer standen und die Spuren des Tages versuchten zu überschminken, kam gewissen Personen die Idee, unser Geschenk wär nicht gut genug. Auch die Bemühungen, den stylischen Cocktailshaker aus Plastik gefüllt mit wohlriechenden  Badutensilien in Paper zu wickeln, machte die Situation nicht besser. Verzweifelt falteten wir, rearrangierten wir doch  letztendlich mussten wir einsehen: Dat wird nix mehr. Also, einen Trostschluck noch und ab in den Club. Die Vorfreude musste zugunsten der Wegfindung (ja ich weiß, laaaangweilig) kurzzeitig beiseite geschoben werden, tauchte aber wieder auf, als Erin uns verkündete, wir stehen auf der "london birthday party"- Gästeliste. In dem Moment stimmte mich noch nichts nachdenklich, auch nicht als wir trotzdem 10 Pfund bezahlen mussten. Die vielen Spiegel und die ganzen super-poshen LEute hab ich als Großstadtgetue abgetan. Aber die Realität holte mich ein, als die Kehle trocken wurde und alles in mir nach einem kleinen Cocktail schrie. Der kleine Cocktail hätte mich dann jedoch 100 Pfund gekostet, das auch nur wenn er ohne Alkohol serviert werden würde. Na gut, also dann gabs über den Abend verteilt ein Bier à 6 Pfund, die günstigste Variante nicht zu verdursten. Der Abend war sehr interessant und auch amüsant, ganz mein Ding wird es wahrscheinlich nicht werden, die Raumgestaltung missfiel mir dann doch.

Sonntags, nachdem man uns höflich aus dem Zimmer bat (naja, "Depature at 10" sollte größer gedruckt werden) genossen wir die Sonne über London, wir bräunten/röteten uns ganz in der Nähe der Queen. Aber auch der sonnigste Tag in London muss leider einmal zu Ende gehen, wir machten uns auf den Heimweg-die Taschen gefüllt mit stinkenden, grellen Badeutensilien- dank Schienenersatzverkehr ruhige 1,5 Stunden zusätzlich im Bus. Aber, wen stört das noch, wenn er in einem Club war, den Jay-Z letzte Woche auch besuchte.

30.9.09 23:38, kommentieren

You are bored? I wish I had enough time to be bored..

Nun mal ein kurzes Zusammenfassen der letzten Woche, bevor es wieder zum Badminton geht..

 

Also, wie shcon erwähnt gab es am Freitag eine kleine Einführung in die englische Pubkultur. Oh Mann. Das ganze "Event" begann mit einer lustigen Taxifahrt irgendwo ins Nirgendwo. Auf der ca. 30 minütigen Fahrt haben sich die ganzen Insassen schon mal ordentlich betrunken. Wer denkt, ich saß da zwischen einem Haufen junger, nichtsnütziger Zeitgenossen irrt sich gewaltig. Es handelte sich eher um wohlhabendere, jüngere Mütter und Väter, die sich alle durch die Schule ihrer Kinder kennen. Nun, nach reichlichem Alkoholkonsum, ausgelassenem Rumgegrölle und freudigem Zugewinke eines mit Personen besetzten Panzers (manchmal fragt man sich wirklich, was geht hier eigentlich ab...) betraten wir geschlossen den Pub, wo die Band eines Bekannten an diesem Abend auftreten sollte. Wie aus dem Nichts hatte plötzlich jeder ein Getränk in der Hand, diese Situation änderte sich auch den ganzen Abend nicht. Es wundert mich ja, dass der Muskelkater im Arm vom permanenten Getrinke ausblieb. Irgendwie verging der Abend dann, die Livemusik war echt klasse und der Pub und seine Besucher so wie man sich das vorstellt. Das eigentliche Highlight folgt aber auf der Heimfahrt, der Taxifahrer schien über ähnliche Orientierungsfähigkeiten wie ich zu verfügen. Das gefiel der MEute natürlich gar nicht, denn das konstante Zuführen von Bier (ja, auf der Heimfahrt gings ja weiter) musste irgendwie wieder an die frishce Luft. Ich schwöre, so viel Rumgefluche hab ich noch nicht gehört. das war der helle Wahnsinn. Zumal in England fluchen wirklich sehr sehr verpöhnt ist. Der 35-jährigen Mutter von 2 Kindern war das dann aber egal, da kam ja im 5 sec Takt ein "F#*k", das Wort, was man in England eigentlich niemals in den Mund nehmen sollte (jaja, aus Fehlern lern ich auch mal gern).

 

Am Samstag Morgen gings weiter, Juliana and Anne went to London.. Haben erstmal in den Docklands eine Tasche abgeben müssen, von der Arbeit aus. Die Docklands sind übrigens auch recht groß und bieten viel Spielraum zum verlaufen. Danach gings dann nach Covent Garden, ein Ort  voller Geschäfte und voller Menschen. Danach sind wir an der Themse entlang Richtung London Bridge, wo wir uns mit ein paar AustralierInnen in ihrer Wohnung getroffen haben. Die haben sich gerade Partyfertig gemahct und uns zu einer Geburtstagsfeier kommendes Wochenende eingeladen. Wir waren aber richtig busy am Samstag und hatten mit Hastings noch eine Verabredung. Also ab in den Zug, schnell in umgezogen und weiter in die Old Town, Leute getroffen und dann weiter zum Tanzen in die Town. Man sieht, very very busy. Zum glück hat mich die freundliche Slovakin wieder nicht ausschlafen lassen und ich hatte den ganzen Sonntag Zeit, mich selbstzubemitleiden. Naja, abends hat mir Richard, ein kürzlich kennengelernter Engländer, noch bisschen die "places to be" in Hastings gezeigt.

 

Ansonsten, mein Autochen fährt seit heute wieder, Teil erfolgreich eingebaut. Da bot es sich an, dass ich mich doch gleich mal wieder eine Runde verfahre, natürlich lohnt sich das auch nur, wenn man einen Bus voller Schüler hinter sich hat. Der holländische Busfahrer war so beeindruckt von meinen Navigationskünsten, dass er mich später angerufen hat und zum Essen einladen wollte. Aber, busy, busy, busy, ich muss jetzt zum Badminton!

1 Kommentar 22.9.09 21:38, kommentieren

My poor car..

..entschied sich fuer einen kleinen Kuraufenthalt in der Werkstatt. Leider schied am Dienstag das Kupplungsseil (oder eins seiner namentlich aehnlichen Freunde) dahin, und es folgte das all-inclusive Programm mit Von-der-Strasse-Schieben und Abschleppenlassen. Meine neuste Erkenntnis bezueglich der englischen Bevoelkerung: Wenn es regnet, ist die Hilfsbereitschaft nur klaeglich vorhanden. Aber, am Mittwoch stellte sich dann raus, das gesuchte Teil ist auf der ganzen Insel nicht zu finden, es muss erst bestellt werden. Da der Zeitraum ohne fahrbaren Untersatz aber schon aus rein arbeitstechnischen Gruenden einfach zu gross ware, liefen die Telefone im Office auf Hochtouren. Mein ewiger Retter, mein Vater, haette auch das Unmoegliche moeglich gemacht, nur wurde in dem Moment schon ein deutsches Busunternehmen angefunkt und somit wird das ersehnte Ersatzteil am Montag via Bus in Hastings eintreffen. Auf einer Insel leben ist nicht immer so einfach..

 Neben dieser gewuenschten Auszeit meines Autos war die meiste Zet der Woche mit Arbeit ausgefuellt. Es sind wieder die verwunderlichsten Dinge passiert, aber wo so viele Menschen auf Reisen gehen muss wohl mit der einen oder anderen schraegen Aktion gerechnet werden. Am meisten "Spass" hatten wir zwei Praktikantinnen diese Woche wohl mit den lieben Busfahrern, wenn sie in Rudeln auftreten sind sie noch ungezaehmter..

Da hilft nichts, ausser die wenige verbleibende Freizeit sinnvoll nutzen. Nach einem sehr tollen Wochenende in Muenchen und Oesterreich folgten die Woche dann die ersten zaghaften (aeusserst zaghaften) Versuche die Freude am Sport wiederzufinden. Man glaubt es kaum, der Versuch hat sogar Fruechte getragen und in Zukunft werd ich wohl oefters uebers Badmintonfeld hechten oder Zeit im Gym verbringen, immer unter strenger Beobachtung in Begleitung von Zuzwinkern der englischen Muckibuden.

Da aber der koerperliche Sport nicht ausreicht, muss fuers Koeppel auch noch was getan werden. Am Mittwoch geh ich daher immer noch zum Sprachkurs ins Hastings College, gemuetliches Englischlernen mit vielen fleissigen Fabrikarbeitern aus dem Ostblock, aber auch vereinzelten Westeuropaern. Vielleicht bringts ja was, diskutierfreudig sind die lieben Mitschueler ja, da kann das Englisch ja nur besser werden.

So, und nach einem noch langen Arbeitstag heut werd ich mich total unter die Englaender begeben, heut abend faehrt ein Minibus uns alle zu einem Konzert in einem Pub, ich bin gespannt wie sehr mich die englischen Partygewohnheiten noch schocken koennen und ob dann noch ausreichend Bedarf auf eine Runde London morgen besteht.

1 Kommentar 18.9.09 10:08, kommentieren

What the hell is she doing in England??

Nach dem ich jetzt zwei Wochen in die harte Arbeitwelt reinschnuppern durfte, wollte ich auch mal beschreiben, was da eigentlich meinen ganzen Tag ausfüllt und dazu beiträgt, dass ich meine sozialen Kontakte vernachlässige;-)

 

Also, wie schon mal erwähnt, bei meinem Office handelt es sich um ein Reiseunternehmen, hauptsächlich für Schülerreisen nach England.  Die Fahrten werden von hier aus organisiert und betreut. Um ein lebhafteres Bild im Kopf zu haben sollte man sich einfach einen Bus vorstellen, voller pubertierender Jugendlicher die kein Plan von nichts haben und mit dem Betreten von englischem Boden keine einzige Vokabel mehr im Kopf haben, außer natürlich die ganzen lebenswichtigen Redewendungen aus der Sparte 50cent, Eminem etc. Dazu kommen dann noch ein paar Lehrer, die teilweise recht lethargisch, teilweise total entnervt allein schon von der stundenlangen Hinfahrt sind. Hier beginnt unsere Arbeit, zack die roten T-Shirts und Jacken an, ab in den Bus erstmal ein paar einführende Worte finden. Natürlich haben die Jugendlichen zu jedem Punkt ein Kommentar abzuliefern, so zum Beispiel gestern gehört: "Ey wenn meine Gastmutter fett ist, will ich nicht dort hin.". Nach einer halben Stunde Vorbereiten auf das englische Leben erscheinen dann die Gastfamilien nacheinander um die Kinder abzuholen. Plötzlich hat keiner mehr eine große Klappe und alle stellen sich ganz schüchtern vor. Ja wir schauen dann, dass alle in die richtigen Autos einsteigen und ihren Koffer mitnehmen. Wenn nicht, es kann auch sehr schön sein den ganzen Abend durch Hastings zu  fahren und Taschen auszutauschen. Am nächsten Tag fahren wir dann morgens vor dem Bus her und helfen beim Einsammeln der Kids, genannt Pick- up. Da kann man dann so richtig die Sau rauslassen, rumschreien, Kinder in den Bus schuppsen und aggressiv durch Hastings rasen, den Bus immer im Rückspiegel behaltend. Jedenfalls wiedermal voll der Adrenalinkick, das dann zum frühen morgen. (Wenn man bedenkt, dass immer mehrere Busse da sind..)

Danach kommt noch ein bisschen gecruise bis ins Office und dann geht um 9 die eigentliche Arbeit los.

Im Office, was abgelegen vom ganzen Hastingsstress liegt, müssen die üblichen Büroarbeiten erledigt werden, Faxe bearbeiten, Telefonate entgegennehmen, tratschen, Rechnungen wegheften, Schafe füttern, nervige Anrufe abblocken und ganz viele Mails schreiben. Hinzu kommen die ganzen interessanteren Dinge, wie die Reisen zu planen. Das beinhaltet ja eine Reihe von Aufgaben, unter anderem die Programme aufsetzen, die Sehenswürdigkeiten einbuchen oder auch die Listen mit den Gastfamilien erstellen. Es ist immer was neues und der Dauerstreß, weil das Telefon permanent klingelt und so viel Unvorhergesehenes passiert ist auch doch eher angenehm. Meistens komm ich nicht vor 6 nach Hause, abends müssen wir auch noch manchmal los, Gastfamilien tauschen oder alle unerdenklichen Probleme lösen. Dann fahr ich heim, strahler noch ein wenig rum, telefonier eine Runde und ab ins Bett, regenerieren für den täglichen Wahnsinn.

 

Oh Gott, ich gehör jetzt zur arbeitenden Bevölkerung! Aber, das Wochenende war dafür echt toll und entspannend, am Freitag waren wir mit allen Kollegen beim Mexikaner (oh, oh, Türken die in England ein mexikanisches Restaurant führen.. mh), daaaaaaann musste ich kurz zum Bahnhof und mein wunderbares Wochenende hat erst richtig begonnen

Also, vielleicht sind wir jetzt der Antwort auf die Frage, "was treibtn die dorte eigentlich?" ein wenig näher gekommen, ganz beantworten muss man sie ja nicht... ;-)

 

 

8.9.09 20:55, kommentieren

What a beautiful landscape...

... ja eine schöne Landschaft gibts in England wirklich, doch ebenso berauschend ist die Schilderlandschaft. Man mag es kaum glauben, auf was man alles hingewiesen werden kann. Bitte in einem niedrigen Gang fahren, bitte die Bremsen testen, Vorsicht alte Menschen überqueren die Straße Fahrer von längeren Fahrzeugen sollen doch bitte erst telefonisch nachfragen, wenn sie enge Bahnübergänge passieren möchten oder einfach mal der freundliche Hinweis, sich die Hände nach dem Toilettengang zu waschen:

 

 

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Wie immer, die Menschen dieser kleinen Insel sind zuvorkommend und um das Wohl eines jeden bedacht.  Das konnten Juliana und ich auch die letzten Tage immer wieder feststellen, ein jeder ist gewillt, uns auf unsere zum Teil verpeilten, zum Teil verzweifelten, zum Teil aber auch schlecht ausgedrückten wirren Fragen eine Antwort zu geben. Oder würden ältere deutsche Menschen ruhig bleiben, wenn man mitten in der Nacht bei ihnen klingelt und nach der Hausnummer fragt?

 

Solche Ereignisse häufen sich im Moment, da man uns recht abwechslungsreiche Aufgaben zu teilt. Doch gerade das macht äusserst viel Spaß, weiterhin verbessert sich so unser Englisch auch ein wenig, frei nach dem Motto :"Nicht lange rumfackeln, fragen!". Und wenn uns mal niemand mehr weiterhelfen kann, es gibt bestimmt ein Schild, das uns freundlich auf weitere Schritte hinweisen kann. 

2 Kommentare 3.9.09 23:08, kommentieren